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Abwarten und Tee trinken

Auch wenn ich mein Blog immer wieder eine Weile sich selbst überlasse, vergessen tu ich es eigentlich nicht. Ich denke mir ganz oft, dass ich heute Abend echt mal wieder.. dass dieser oder jener Gedanke es wert wäre, ihn aufzuschreiben und weiter zu spinnen, oder, ganz simpel, dass ich meinem Süßen mal wieder was zu Lesen spendieren sollte. Aber ich bin zu faul, wirklich zu beschäftigt, muss es verschieben oder ziehe mein Buch doch dem selber denken vor. Trotz allem: Dass ich immer wieder den Weg zurück finde lässt mich gut dastehen, habe ich gerade rausgefunden. Die letzten drei Stunden habe ich mit Lesen verbracht, lesen von Blogs, die ich irgendwann mal in meine Favoriten gepackt habe. In manche hab ich mich richtig vertieft, andere hab ich überflogen und viele… schlicht nicht mehr gefunden. Viele Blogs sind herrenlos geworden. Sie existieren einfach nicht mehr, warum, weiss man nicht. Vielleicht einfach so, wahrscheinlich sogar einfach so. Andere existieren noch, liegen aber brach, der letzte Eintrag ist ein paar Monate oder auch Jahre her. Wieder andere sind noch aufrufbar, wurden aber von ihrem Besitzer geschlossen. Viele Gründe dafür hab ich heute gelesen. Angefangen von einem simplen „Sry, Fans, ich packs zeitlich einfach nicht mehr, man sieht sich“ über für den Besitzer überraschende Ereignisse, die zum aufgeben führten, bis hin zu dramatischen Verabschiedungen. Da war von endgültig gebrochenen Herzen die Rede, Stichwort: Einmal zu oft, von Verlusten, die einem den Boden unter den Füßen wegziehen, von Kampfaufgaben, die in der Erkenntnis endeten, dass alles sinnlos sei und dass man, streng genommen, heute noch aus dem nächsten Fenster springen sollte. Teilweise gute, sehr philosophisch angehauchte Fragen, mit denen sich die Leute aus dem Internet „verabschieden“. Scheinbar kommen die besten Gedanken dann auf, wenn man ganz tief unten ist. Die brillantesten Köpfe sämtlicher Epochen können einem leid tun, wenn man es unter diesem Gesichtspunkt betrachtet. Aber seis drum, die Blogs haben ihr Ende gefunden. Und der ein oder andere Besitzer vielleicht auch. Ich meine das nicht so geschmacklos, wie es klingt. Die meisten rappeln sich wieder auf, das ist ja bekannt, auf jede allesistsinnlos-Attacke folgt auch wieder gutes Wetter. Aber der ein oder andere packt es eben auch nicht . Sinnfrei, drüber zu spekulieren, was wohl aus den Besitzern geworden sein mag. Es ist mir nur aufgefallen, als ich meine uralten Favoriten durchgegangen bin.. Und so gesehen bin ich ja hier wirklich noch gut dabei. Und so gesehen geht es mir vor allem noch ziemlich gut. Auch wenn es schäbig ist, sich am Leid anderer Menschen aufzurichten sollte dieser Gedanke mir vielleicht ein Lächeln auf die Lippen zaubern und die Erkenntnis, dass noch lange nicht alles nur doof ist, verstärken.

Eigentlich wollte ich um diese Jahreszeit hier virtuelle Feste feiern, mein neues Leben mit meinem Liebsten bejubeln und mich der Tatsache hingeben, endlich alles durchgestanden zu haben. Dem ist nicht so. Den Liebsten gibt es natürlich, sowieso und Gott sei Dank noch, aber die Bedingungen haben sich nicht wirklich geändert. Vor drei Monaten in etwa hab ich fest damit gerechnet, ihn hier in meinen, dann unseren, vier Wänden begrüßen zu können. Natürlich hats nicht geklappt, wie es sollte, es kamen noch mal acht Wochen drauf. Aber das war bzw ist okay, acht Wochen sind ein Witz im Vergleich zu knapp vier Jahren und es war ja für was sinnvolles. Und überhaupt. Nun sind diese acht  Wochen seit Freitag wieder um. Acht Wochen, in denen ich mir ausgemalt habe, dass dieses aktuelle Wochenende das letzte sein wird, an dem ich dem Freitag entgegen jappse und Sonntag Abend wieder alleine bin. Dass er die kommenden Tage langsam aber stetig beginnt, sich hier einzurichten. Etc. Pustekuchen. Kurz vor Ablauf der Frist kam es zu weiteren Verzögerungen. Und ich kann nicht sagen, von welchem Zeitraum ich hier rede. Zwei Wochen? Geschenkt. Acht Wochen? Seis drum, nicht schön, aber seis drum. Oder ein Jahr? Katasstrophe. Am Ende noch mehr? Supergau.  Das in der Luft hängen ist das schlimmste daran. Warten müssen auf neue Informationen, auf Entscheidungen die das Ganze dann so oder so weitergehen lassen. Sehr unangenehm, wirklich wahr. Aber nach Wutanfällen, Galgenhumorattacken und jeder Menge Tränen und ewiger Stunden voller Nachdenken bleibt die Tatsache: Abwarten und Tee trinken. Mehr bleibt nicht. Ich kann die Sache derzeit nicht selber in irgendeine Richtung schubsen, ich kann nur abwarten. Abwarten und hoffen, und das tu ich. Ich finds wirklich ganz, ganz sch..lecht, aber ich, wir, werden das nun auch noch durchstehen. Es bleibt einem ja auch nichts anderes übrig. Und aufgeben war nie eine Option, die irgendwie zur Debatte gestanden hätte.

Alles in allem: Ich fühl mich gerade eher suboptimal. Aber: Auch in meinem Leben gibt es einen Menschen, der die Macht hätte, mich in das Loch zu schubsen, dass vielen anderen Schreibern scheinbar zum Verhängnis wurde. Tut er aber nicht. Und das, Freunde der Nacht, das ist eine verdammt gute Sache.

:-)

27.9.10 02:19
 



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